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Osterschießen

Den Winter verabschieden oder den Ostersonntag ankündigen? Egal, Hauptsache laut!

Drei große Milchkannen auf einem kleinen Wagen © Miikka Luotio, Unsplash.com

Wer beim Begriff „Osterschießen“ an sportliches Zielschießen denkt, der liegt gänzlich falsch. Beim traditionellen Osterschießen in der Oberlausitz geht es vor allem um eines: Lärm. Durch möglichst laute Geräusche soll der gesamten Umgebung verkündet werden, dass Ostersonntag ist. Gerade junge Menschen erfreuen sich an diesem Spektakel, welches sogar schon am Vorabend gestartet werden und die ganze Nacht andauern kann.

Zum Krachmachen wurden vor nicht allzu langer Zeit noch kleinere Blechdosen verwendet, seit einigen Jahrzehnten hat sich jedoch die Milchkanne etabliert, welche mithilfe von explosiven Karbid Gas zum Schießen eines Gummideckels verwendet wird. Auf die Sicherheit wird dabei natürlich auch geachtet und Gehörschutz sowie kleine Farbbüchsen zum Knallen für Kinder benutzt.

Seinen Ursprung hat dieser besondere Brauch bei den Vorfahren der Bewohner der Oberlausitz, die durch das Krachmachen zur Frühlingszeit den Winter verabschiedeten. Die Geräusche und der dabei entstehende Gestank sollen außerdem Hexen und böse Geister vertreiben.

Auch wenn sich im Rahmen der Tradition Zweck und Mittel zur Erzeugung des Lärms verändert haben, so bleibt ihr Kern doch bestehen und die Menschen erfreuen sich bis heute an der lauten Feierlichkeit.

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