1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Christoph Deutsch

Biologe auf neuen Wegen

Christoph Deutsch ist Vorstandsvorsitzender der »SDV – Die Medien AG.« Das Sächsische Druck- und Verlagshaus wurde 1990 mit 18 Mitarbeitern gegründet. Heute beschäftigt der mittelständische Familienbetrieb 230 Mitarbeiter an drei Standorten und ist mit den vier Geschäftsfeldern »Dialog Medien«, »Neue Medien«, »Vergabe Medien« und »Amtliche Medien« breit aufgestellt.

Christoph Deutsch, Vorstandsvorsitzender der »SDV – Die Medien AG.«

Christoph Deutsch ist Vorstandsvorsitzender der »SDV – Die Medien AG.«
(© SDV AG / Ulrich Löser)

Sie sind eigentlich Diplom-Biologe. Was hat Sie in die Druckbranche geführt?

Ja, ich bin Biochemiker und habe als Produktmanager bei einem internationalen Pharmaunternehmen gearbeitet, als mich mein Vater 1996 nach Dresden einlud. Er wollte, dass ich das Unternehmen kennenlerne. Eigentlich hatte ich vor, nur ein Jahr zu bleiben und danach zurück in die USA gehen, wo ich bereits studiert hatte. Aber wie das Leben so spielt: Ich bin geblieben, habe hier geheiratet und 2004 schließlich das Unternehmen von meinem Vater übernommen – eine gute Entscheidung.

War es nicht schwierig, so radikal die Branche zu wechseln?

Im Gegenteil. Ich denke, meine Vergangenheit als Biologe hat mir sogar geholfen. Als Naturwissenschaftler geht man ganz anders an die Dinge heran. Ich schaue bei einem Problem immer nach den zugrunde liegenden Prinzipien, bin immer auf der Suche nach Weiterentwicklungen und neuen Lösungen. Das ist ganz ähnlich wie in der Biologie: Aus einer Fragestellung entwickelt sich eine weitere und daraus wieder eine neue und so weiter. Und am Ende der Kette steht oftmals eine innovative Lösung, manchmal sogar eine völlig neue Technologie.

Erklärt das das stetige Wachstum von SDV, verbunden mit einer stabilen, breiten Aufstellung?

Ja, weil für uns jeder Kundenwunsch eine Herausforderung darstellt. Wir versuchen jedes Problem zu lösen und entwickeln dafür auch eine eigene Softwarelösung, die dazu passt. Wer auf individuelle Kundenbedürfnisse nicht flexibel reagieren kann, hat es mittlerweile sehr schwer, sich am Markt zu halten. Da kommt wieder die Biologie ins Spiel, denn es geht hier darum, sich den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Das Stichwort lautet: »Survival of the fittest«. Es gilt, Trends zu erkennen und Chancen zu nutzen.

Trends erkennen, Chancen nutzen – welche aktuellen Projekte haben Sie, die diesem Credo entsprechen?

Wir sind eine Medien AG, die besonderen Wert auf zeitgemäße Lösungen legt. Deshalb war es für uns selbstverständlich, sich verstärkt mit internetbasierten Anwendungen auseinanderzusetzen und auf dem Gebiet der neuen Medien unsere eigenen Akzente zu setzen. So haben wir zum Beispiel 2011 das Verbraucherportal Snipon.de gelauncht, das nun ein neues Evolutionsstadium erreicht. Gestartet ist es als Verbraucherportal, das seine Nutzer auf Basis digitalisierter Prospekte über aktuelle Handelsangebote in deren unmittelbarer Umgebung informiert. Mittlerweile steht unseren Usern eine Datenbank mit Millionen von Produkten zur Verfügung. Und das Wichtigste: Sie umfasst nicht nur Aktionen des stationären Handels, sondern ebenfalls passende Offerten aus gut 1.300 Online-Shops. Unser Modell für eine Produktsuchmaschine, die die Brücke zwischen stationärem und Online-Handel schlägt, ist einmalig in Deutschland.

Einmalig ist auch unsere Initiative zur Gründung der »Vereinten Deutschen Druck AG – VDD AG«.

Was genau steckt hinter dieser Vereinten Deutschen Druck AG?

Die VDD AG ist ein Zusammenschluss deutscher Druckunternehmen. Unter dem Slogan  »Gemeinsam produzieren. Gemeinsam profitieren.« bündeln wir unsere Kompetenzen, um den Wandel auf dem Druckmarkt in die richtige Richtung voranzutreiben. Dafür gründen wir Ende 2013 eine Produktionsgemeinschaft, in welcher der Kundenschutz die Leitmaxime ist. Die Mitglieder im Partnernetzwerk lassen ihre Aufträge kostengünstig und in bester Druckqualität in der zentralen VDD-Produktionsstätte realisieren. Sie betreuen weiterhin ihren Kundenstamm, erweitern diesen dank neuer Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Produktion und beteiligen sich über Aktien am gesamtwirtschaftlichen Erfolg der VDD AG. Ein besseres Modell, um nachhaltig die Zukunft des traditionellen Druckgewerbes zu sichern, gibt es aus meiner Sicht nicht.

Stand: Mai 2013

Marginalspalte

© Sächsische Staatskanzlei