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Burkhard Adam

Vom Stehtisch zum Würfel

Diplom-Industriedesigner Burkhard Adam entwickelte einen Tisch, der innerhalb einiger Minuten vom 3 Meter langen Stehtisch für 12 Personen zum kleinen Couchtisch verwandelt werden kann.

Die Besonderheit des Tisches liegt darin, dass alle Teile in ihren Maßen und Mengen Vielfache und Teiler von 12 sind. Wer dies und den Tisch dazu sieht, erkennt schnell eine Parallele zum Tisch des Abendmahles. Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Die Besonderheit des Tisches liegt darin, dass alle Teile in ihren Maßen und Mengen Vielfache und Teiler von 12 sind. Wer dies und den Tisch dazu sieht, erkennt schnell eine Parallele zum Tisch des Abendmahles.
(© Mathias Ritzmann)

Die Besonderheit des Tisches liegt darin, dass alle Teile in ihren Maßen und Mengen Vielfache und Teiler von 12 sind. Wer dies und den Tisch dazu sieht, erkennt schnell eine Parallele zum Tisch des Abendmahles. Der Tisch besteht aus einheimischer Eiche in Massivholzfertigung, wird aber auch aus anderen Hölzern und fräsbaren Materialien erstellt. In Foyers kann der Würfel als Couchtisch verwendet werden. Burkhard Adam ist Diplom-Industriedesigner und entwickelte einen Stehtisch, der innerhalb weniger Minuten zum Couchtisch verwandelt werden kann.

Wie entstand die Idee, den »Steckbaren Tisch« zu entwickeln?

Der Antrieb eines Designers besteht darin, Probleme zu lösen, ohne neue Probleme zu schaffen.

Meine Beobachtungen waren im Bereich Stehtisch eher an der Kundensicht orientiert. Ich wollte einen anspruchsvollen, ästhetischen Stehtisch für eine gehobene Gesellschaft schaffen. Dabei ging es mir darum, den klassischen runden Stehtisch aus Aluminium abzulösen und durch einen kommunikationsfördernden, langgestreckten Holztisch zu ersetzen. In Foyers kann der Würfel dann als Couchtisch verwendet werden und bietet somit eine weitere Option, die klassische Stehtische nicht haben. Diese sind dann für den Stauraum gedacht.

Woraus besteht der Tisch und wie funktioniert die Verwandlung?

Der Tisch besteht aus einheimischer Eiche in Massivholzfertigung. Das macht ihn besonders stabil, langlebig und umweltverträglich. Er kann jedoch auch aus vielen anderen Hölzern oder auch anderen fräsbaren Materialien gefertigt werden.

Der Name des Tisches sagt eigentlich schon aus, wie er im Prinzip funktioniert. Er wird in »alter Manier« einfach ineinander gesteckt. Dabei war es natürlich wichtig, die Festigkeit der Verbindungen im Blick zu behalten. Eine Kombination aus mehreren klassischen Steckverbindungen ergab dann schließlich die heutige Variante.

Welche Besonderheiten hat er?

Die Besonderheit des Tisches liegt darin, daß alle Teile in ihren Maßen und Mengen Vielfache und Teiler von 12 sind. Alle Höhen, Breiten, Durchmesser und die Zahl aller Teile basieren auf dieser Grundlage. Wer die Zahl 12 und den langestreckten Tisch dazu sieht, erkennt schnell eine Parallele zum Tisch des Abendmahles. Das ist durchaus beabsichtigt, soll jedoch nicht im Vordergrund stehen. Einen religiösen »Auftrag« verfolge ich mit diesem Tisch nicht. Mein Tisch soll lediglich Geschichten erzählen und Geschichten schreiben. Momentan kann man den Tisch bei mir auch für kleine Feierlichkeiten oder als Weinstand auf Festen mieten.

An welche Zielgruppe ist dieses Produkt gerichtet?

Die Zielgruppe ist schlichtweg sehr durchwachsen. Etwas Kleingeld muss man allerdings mitbringen, dann kann man sich das gute Stück sehr gut in die heimische Stube stellen.

Wie geht es nach der Entwicklung des Tisches weiter?

Aktuell gibt es von mir noch eine Leuchte namens »Heinrich« zu erwerben und diverse andere Produkte. Vorrangig bin ich momentan damit beschäftigt, ein Kollektiv an Designern und Designbegeisterten aufzubauen. In diesem Projekt geht es darum, ein Verständnis für ressourcenschonenden Materialeinsatz zu fördern, regionale Handwerke in unsere Schaffensprozesse einzubinden und eine funktionsgetriebene Ästhetik zu kommunizieren.

Das sind für Designer eigentlich keine neuen Arbeitsziele, hin und wieder jedoch geraten diese in Vergessenheit oder aus dem Blickfeld. Nicht zuletzt wollen wir unsere Kundschaft, also den Käufern unserer Produkte, wertvolle Beiträge in Sachen Nachhaltigkeit bieten. Dazu zählt vor allem die Einbindung lokaler Arbeitsplätze in Produktion und Zulieferung sowie die Verwendung von lokal produzierten Rohstoffen und Materialien. Wir haben natürlich nicht das moderne Zeitalter verschlafen. Wer sich jetzt mittelalterliche Produkte vorstellt, der liegt falsch und kann sich bei uns gern vom Gegenteil überzeugen.

Stand: Mai 2013

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