1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Andreas Heidtmann

Foto Andreas Heidtmann

Andreas Heidtmann, geboren am 12. Juni 1961 in Hünxe am Niederrhein, ist ein deutscher Lektor, Autor, Verleger aus Leipzig und Betreiber der Internetplattform poetenladen.
(© Andreas Heidtmann)

Andreas Heidtmann gründete 2005 den poetenladen, ein Literaturlabel für deutschsprachige Gegenwartsliteratur, das für das Webportal poetenladen.de und den poetenladen Verlag für zeitgenössische Literatur steht. Für die seit 2006 halbjährlich erscheinende Literaturzeitschrift poet und das Literaturportal poetenladen wurde er 2010 mit dem Calwer Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet. Im Oktober 2010 wurde er „für sein Engagement für die Gestaltung und Bewahrung der literarischen Vielfalt“ mit dem Förderpreise zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen 2011 ausgezeichnet.
2005 gründeten Sie das Webportal poetenladen.de. Welche Absichten verfolgten Sie bei der Gründung?

Es ging mir darum, neue Formen der literarischen Vermittlung zu finden. Dies geschah zu einer Zeit, die für die Literatur schwierig war. Viele Publikumsverlage strukturierten ihre Programme ökonomisch um, so dass anspruchsvolle, aber weniger gut verkäufliche Werke seltener verlegt wurden. Vor allem die Lyrik litt. Hinzu kam das Verlagssterben, aus Leipzig verschwanden renommierte Häuser. Mit dem Internetportal poetenladen wurde eine redaktionell geführte Plattform geschaffen, die sich nicht zuletzt der vernachlässigten Genres annahm. Aber nicht nur das, wir bekamen bald Zulauf von etablierten Autoren und jungen Talenten, da es plötzlich wichtig schien, in einem solchen Portal vertreten und damit auf der Höhe der Zeit zu sein.

Der Erfolg des Webportals und des 2007 gegründeten Verlages ist sehr groß. Entsprechend viele Manuskripte werden Ihnen zugesandt. Welches sind die wesentlichen Kriterien, nach denen Sie entscheiden, ob ein Werk bei Ihnen veröffentlicht wird?

Der poetenladen versteht sich als literarisches Label, als Literaturverlag, so dass für uns der qualitative Aspekt Vorrang hat.

Welche Möglichkeiten sehen Sie mit dem Internetportal, dem Verlag und der Zeitschrift, Autoren zu unterstützen?

Es ergeben sich viele unterstützende Effekte. Die auf der Plattform vertretenen Autoren erhalten z. B. über ihr Profil Anfragen von Zeitschriften oder anderen Verlagen. Ein bekannter Lektor sagte mir einmal, wenn er ein Lyrikdebüt plane, schaue er zuerst, ob der Autor schon im poetenladen Portal vertreten ist. So ist die Präsens im poetenladen ein gewisses Qualitätsmerkmal. Und wer es als Autor mit einem Buch in den Verlag geschafft hat, ist damit zugleich in einem vitalen, erfolgreichen Umfeld. 

Wie funktioniert das als Geschäftsmodell?

Der Verlag generiert durch den Verkauf von Büchern Gewinne. Projektförderungen und Kooperationen befreien uns aus ökonomischen Zwängen. Als vorteilhaft erwies sich bei der Verlagsgründung, dass durch das gleichnamige Onlineportal bereits eine große Leserschaft und ein potentieller Käuferkreis vorhanden war. Dabei war es nicht von vornherein geplant, auf das Onlineportal einen Verlag aufzusetzen und damit von der gewachsenen Internet-Community zu profitieren.

Foto: Bücher im Literaturhaus München

Bücher im Literaturhaus München
(© poetenladen.de)

Worum geht es in Ihren Werken: »Storys aus dem Baguette« und »Die Kurzgeschichte auf dem Weg ins 21. Jahrhundert«?

Ich habe einige Jahre als Lektor und Autor gearbeitet, dabei sind unter anderem Erzählungen entstanden. Die eine oder andere schaffte es in Schulbücher. Mit Gründung des Labels habe ich meine schriftstellerische Arbeit zurückgestellt. Übrigens sehr gern: Die Aufgabe als Verleger und »Internetpionier« ist für mich genauso kreativ und spannend wie das Schreiben von Büchern.

Die Gründung der Literaturzeitschrift poet hat sich 2007 aus Ihrer Arbeit ergeben.  Haben Sie weitere Projekte für die Zukunft?

Die Buchbranche ist im Umbruch begriffen. Konzepte und Pläne hinken oft der Praxis hinterher. Wenn sich Nachhaltiges entwickelt, bin ich zu neuen Akzenten bereit. Im Moment glaube ich mehr ans gedruckte literarische Buch als vor zehn Jahren. Aber die Literatur, und damit meine ich eine Literatur, die mit künstlerischem Anspruch arbeitet, bedarf insgesamt großer Unterstützung, wenn wir sie als kulturelles Gut erhalten wollen.

Stand: 19.06.2014

Marginalspalte

Weiterführende Informationen

Postkartenmotiv poetenladen.de

poetenladen.de / Miriam Zedelius

© Sächsische Staatskanzlei