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Nguyen Xuan Thinh, Geoinformatiker

Porträt Nguyen Xuan Thinh

Nguyen Xuan Thinh kam 1978 als Gaststudent. Jetzt forscht er am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden.
(© Porträt Nguyen Xuan Thinh)

Nguyen Xuan Thinh kam 1978 aus der Nähe der vietnamesischen Hafenstadt Haiphong als Gaststudent nach Sachsen. Und blieb: Als Diplom-Mathematiker, habilitierter Geoinformatiker und Privatdozent forscht er am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden.

Was ist das Besondere Ihres Instituts?
Das IÖR ist das größte Forschungsinstitut für Raumentwicklung in Deutschland. Es beschäftigt sich mit dauerhaft umweltgerechter Regional-, Stadt- und Landschaftsentwicklung. Wichtig ist: Es arbeitet interdisziplinär und ist international vernetzt. Momentan leite ich ein Projekt über klimagerechte und energieeffiziente Stadtstrukturen in Ho-Chi-Minh-Stadt und bin an der Leitung eines Projekts über Stadterneuerung und Lebensqualität in Dresden beteiligt.

Welche wissenschaftlichen Vorteile bietet das IÖR?
Die Nachwuchsförderung ist vorbildlich, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der TU Dresden in Form der Dresden Leibniz Graduate School. Außerdem unterhalten wir eine Vielzahl von Kooperationen mit Wissenschaft, Verwaltung und Politik, mit über 20 europäischen Ländern sowie mit Asien und Afrika.

Warum leben und forschen Sie gerne in Dresden?
Mir hat Dresden von Anfang an gut gefallen mit seiner lieblichen Lage beiderseits der Elbe, umsäumt von grünen Hängen, der Ausstrahlung einer barocken Residenzstadt und den reichhaltigen Kulturschätzen. Außerdem hat Dresden eine große Attraktivität als Forschungsstandort mit seinen zahlreichen Hochschulen, den Leibniz-, Max-Planck- und Fraunhofer-Instituten und der modernen Sächsischen Landesbibliothek, der SLUB. Es gibt in Dresden viele sehr gute Veranstaltungen, Ausstellungen und Museen mit wissenschaftlichem Kontext, die einen über das eigene Fach hinausschauen lassen und viele Anregungen geben. Ich schätze die hohe Lebensqualität der Stadt, das viele Grün, den Große Garten, die Elbauen, in denen ich am Wochenende mit meiner Familie jogge und Rad fahre.

Nguyen Xuan Thinh nach einer Vorlesung an der National University Hanoi in Vietnam. Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Nguyen Xuan Thinh nach einer Vorlesung an der National University Hanoi in Vietnam.
(© Nguyen Xuan Thinh)

Nguyen Xuan Thinh nach einer Vorlesung an der National University Hanoi in Vietnam. Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) mit Sitz in Dresden. Die Wissenschaftler des IÖR erforschen in interdisziplinärer Arbeitsweise die Anforderungen an eine nachhaltige Regional-, Stadt- und Landschaftsentwicklung.

Was mögen Sie an Sachsen und seinen Bewohnern?
Sie haben als Teil der deutschen Nation viel Organisationstalent, etwa um Großereignisse wie die Fußball WM durchzuführen. Außerdem gehören zur sächsischen Mentalität Gründlichkeit, Ordnung und Disziplin. Speziell mag ich die sächsische Zuversicht, die zupackende Art und die Entschlossenheit, sich neuen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen. Das zeigt sich auch an dem Mut, mit dem die Leipziger der Wende den entscheidenden Impuls geben konnten. Wie sie hier die historische Entwicklung beeinflussten, hat mich nachhaltig beeindruckt.

Welche Qualitäten schätzen Sie am Freistaat Sachsen?
Ich schätze seine erfolgreiche Entwicklung nach der deutschen Einheit. Durch meine Arbeit weiß ich aus vielen Beispielen, dass Sachsen schneller als vergleichbare Nachbarn in der Entwicklung einer modernen Infrastruktur und der Wirtschaftszweige Mikroelektronik, Biotechnologie und Automobilindustrie vorangekommen ist.

Mit welchen Pfunden kann Sachsen im Ausland wuchern?
Mit der traditionsreichen Geschichte, den schönen Landschaften, den berühmten Bauwerken, Schlössern und Denkmälern. Und natürlich mit den bereits erwähnten Wirtschaftszweigen.

Warum fühlen Sie sich in Sachsen wohl?
Zum einen erhalten meine Kinder die Schulbildung, die ich mir immer gewünscht habe. Den Vietnamesen gilt das Lernen viel, und sie arbeiten hart dafür. In Sachsen haben sie übrigens die erfolgreichste Zuwanderungsgeschichte, sind im wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Leben sehr gut integriert. Die sächsische Regierung unterstützt uns gleichzeitig dabei, die vietnamesische Kultur und Sprache zu pflegen. Zum anderen ist die Lebensqualität des Freistaats für mich eine Quelle der Inspiration, die ich für mein Forschen, Denken und Leben brauche.