1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Lode Devos, Ballettdirektor

Porträt Lode Devos

Lode Devos, ausgebildet am Königlichen Konservatorium und bei Maurice Béjart in Brüssel, ist Ballettchef in Chemnitz.
(© Dieter Wuschanski)

Der Belgier Lode Devos wurde am Königlichen Konservatorium und bei Maurice Béjart in Brüssel ausgebildet. Seine Karriere als Solotänzer setzte er seit 1987 als Choreograf fort, seit 2006 ist er Ballettchef in Chemnitz.

Was hat Sie für Chemnitz eingenommen?
Der Kulturbereich ist wichtig für eine Stadt, und ich finde es schön, meinen kulturellen, sozialen und menschlichen Beitrag dazu zu leisten. Kulturarbeit ist nirgends einfach, man muss sich immer wieder mit einer Stadt auseinandersetzen. Hier gibt es tolle Menschen, sie sind, wie jede Region ihre Gepflogenheiten hat, hier eher ruhiger und zurückhaltender. Eine gute Voraussetzung, um Offenheit und positive Energie miteinander zu teilen. Und die Chemnitzer lassen sich davon begeistern.

Welche Chancen bieten sich hier in künstlerischer Hinsicht?
Wir konnten mit unserer Truppe große Publikumserfolge verbuchen und uns etablieren, und das schon mit wenigen Mitteln. Jetzt muss die kulturelle Wirkung noch größer werden, wir wollen noch mehr nach außen sichtbar werden und zum Lokalstolz beitragen, der gerade auch für jüngere Leute wichtig ist.

Lode Devo im Ballettsaal Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Lode Devo im Ballettsaal
(© Dieter Wuschanski)

Lode Devo im Ballettsaal Lode Davos mit dem Ballett des Theaters Chemnitz

Was sind aus Ihrer Sicht die kulturellen Qualitäten Sachsens?
Sachsen hat eine interessante Vergangenheit, Chemnitz eingeschlossen. Zum Beispiel, was die Architektur angeht. Außerdem hat die Künstler-Bewegung »Die Brücke« mit dem in der Nähe geborenen Karl Schmidt-Rottluff und mit Erich Heckel, der hier mit ihm zur Schule ging, auch Wurzeln in Chemnitz. Von Sachsen sind wichtige Anstöße für die Kultur des 20. Jahrhunderts ausgegangen. Das Opernhaus in Chemnitz wurde ja von Industriellen gegründet. Auch das ist für uns Anlass, heute wieder zu einer expressiveren Ausdrucksweise zu finden. Wir wollen stärkere Kontakte knüpfen mit den hiesigen plastischen Künstlern und Malern und noch mehr Events setzen, um auch damit zu zeigen, dass es sich lohnt, in dieser Stadt zu leben.

Was mögen Sie an Sachsen und seinen Bewohnern?
Eine gewisse Sturheit der Leute. Wenn man Kontakt geknüpft hat, sind die Sachsen sehr offen und herzlich. Man hat den Eindruck, wenn der Weg mal offen, ist, dann bleibt er auch offen. Das gefällt mir. Außerdem gibt es immer wieder Neues zu entdecken, kleine, hübsche Ecken in der Stadt, schöne Architektur, die es zu erhalten lohnt. Ich glaube, dass die Sachsen in ihrer Geschichte schwer zu bändigen waren. Von diesem Mumm und Pep könnten wir in unserer heute sehr gebändigten Gesellschaft mehr gebrauchen. Sachsen hatte immer eine starke Bevölkerung, geistig gesehen.

Wo halten Sie sich gerne auf, wenn Sie nicht im Theater sind?
Ich mag das Erzgebirge, das Wintersportgebiet am Fichtelberg und die weite Natur außerhalb der Städte. In Chemnitz den Schlossberg – die klassischen Gegenden.

Marginalspalte


213_sehnsuchtsachsen

© Sächsische Staatskanzlei