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Nikolay Chervenkov, Zupfinstrumentenmacher

2001 kam Nikolay Chervenkov als ausgebildeter Geigen- und Gitarrenbauer aus Bulgarien ins vogtländische Markneukirchen, um sich im Studiengang Musikinstrumentenbau der Westsächsischen Hochschule Zwickau (FH) als Zupfinstrumentenmacher weiter zu qualifizieren. Heute betreibt er in Markneukirchen eine eigene Werkstatt und unterrichtet selbst an der Berufsfachschule für Musikinstrumentenbau in Klingenthal.

Weshalb haben Sie sich bei Ihrer Ausbildung für das sächsische Vogtland entschieden?
Ursprünglich dachte ich an Italien. Da hätte ich aber gemessen an meiner bisherigen Ausbildung nicht auf höherem Niveau weitergemacht. Ich erfuhr, dass es in Markneukirchen die meines Wissens einzige Fachhochschule für Instrumentenbau weltweit gibt. Ich habe die Entscheidung dafür nicht bereut: Die Ausbildung ist richtig gut und sehr innovativ, sie war genau das, was ich suchte und übertraf meine Vorstellungen um zwei- bis dreihundert Prozent. Ich war sehr glücklich.

Der Zupfinstrumentenmacher Nikolay Chervenkov Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Der Zupfinstrumentenmacher Nikolay Chervenkov
(© Nikolay Chervenkov)

Der Zupfinstrumentenmacher Nikolay Chervenkov Impression vom Bau eines Musikinstrumentes Impression vom Bau eines Musikinstrumentes Impression vom Bau eines Musikinstrumentes

Was kann man in Markneukirchen lernen, was man andernorts nicht lernen kann?
Es gibt viele historische Schulen wie zum Beispiel diejenige in Mittenwald. Aber sie ist sehr traditionell und mit der hiesigen nicht zu vergleichen. In Markneukirchen ist alles an einem Ort: Akustik, technische Mechanik und Physik. Das Besondere ist die gemeinsame Ausbildung. Und das weiß man zu schätzen, wenn man schon eine Grundlage hat. Es gibt nämlich ein Chemie- und Akustik-Labor und eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Musikinstrumentenbau in Zwota, das sich mit Akustik und Schwingungstechnik beschäftigt. Außerdem lernt man hier die Restaurierungsregeln und Bewahrung von Kulturgütern auf einem hohen Niveau.
Jeder Student hat ständig Zugang zur Schule. Die Atmosphäre ist sehr familiär, und man lernt, selbständig zu arbeiten, sich darauf zu konzentrieren, kann sich entfalten. Man erfährt viel moralische Unterstützung, aber auch materiell, da der Zugang zu Werkzeugen, Maschinen und Materialien jederzeit möglich ist. Bei vielen Ausbildungsstätten ist dies nicht einmal denkbar, hier ist es Realität. Markneukirchen ist eine kleine Stadt, daher ist es besonders wichtig für die Studenten, dass sie auch dann arbeiten dürfen, wenn in der Verwaltung offiziell schon Schluss ist.

Welche Vorteile bietet es Ihnen, als Instrumentenbauer in Sachsen zu leben?
Es dreht sich hier in Markneukirchen alles um den Musikinstrumentenbau. Die Zulieferer von Hölzern oder Saiten zum Beispiel sind an Ort und Stelle. Und auch die Händler, für die wir produzieren. Mit meiner Frau zusammen bin ich in die Automatisierung eingestiegen, wir wollen künftig hochwertige Instrumente mit einem effektiven und vernünftigen System bauen.

Was gibt Ihnen das Gefühl, im sächsischen Vogtland zuhause zu sein?
Die Freundschaften hier, und das sagt viel aus, ob man sich gut fühlt an einem Ort. Meine Vermieter waren wie Opa und Oma für mich als Student, das hat mich positiv beeindruckt. Ich mag auch die Landschaft des Vogtlandes, sie ist anders als in Bulgarien, grüner. Die Natur und ihre Pflege hier gefallen mir.

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