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Malgorzata Chodakowska, Bildhauerin

Malgorzata Chodakowska kommt aus dem polnischen Lodz. Auf dem Weingut, das ihr Mann Klaus Zimmerling oberhalb von Schloss Pillnitz in Dresden bewirtschaftet, erschafft sie ihre Skulpturen aus Holz.

Malgorzata Chodakowska mit einer Skulptur

(© Malgorzata Chodakowska)

Sie studierten in Warschau und Wien. Was lockte Sie dann nach Dresden?
Beim Wandern in der polnischen Tatra traf ich auf einem Gipfel meine große Liebe. Mein Mann hatte an einer ökologischen Konferenz in der Nähe teilgenommen. Er war zum Maschinenbaustudium nach Dresden gekommen und verliebte sich in den Weinbau. Er entführte mich nach Dresden.

Wo finden Sie Ihre Hölzer in Dresden?
Sie finden mich! Manchmal rufen mich Förster an, wenn ein Baum gefällt wird. Außerdem gibt es Holzversteigerungen in der Dresdner Heide. Inzwischen habe ich viele im Lager.

Haben Sie ein Lieblingsholz?
Ich habe viele Hölzer ausprobiert. Auch  Obsthölzer, daraus kann man nur ganz kleine Skulpturen machen. Viel arbeite ich mit Eiche, weil sie hart ist und ich einen gewissen Widerstand brauche. Auch Linde ist wunderschön, nicht ganz so hart, zarter und heller. Neuerdings arbeite ich auch mit Bronze. Mit diesem diesem Material sind meine Skulpturen vor dem Holzwurm geschützt, und ich kann sie im Freien etwa als Brunnen aufstellen. In der Landschaft gewinnen sie einen besonderen Ausdruck.

Was macht Dresden zu einem guten Kunstumfeld?
Der Hintergrund ist genial: Die Leute sind kunstinteressiert, es gibt viele Ausstellungen, Konzerte, die mich beeinflussen, besonders der Tanz inspiriert mich. Und obwohl ich von Pillnitz aus schnell im Zentrum bin, ist es bei uns ganz dörflich. Ich genieße die Naturnähe.

Wo finden Sie Ihre Themen?
Auch die suchen sich eher mich. Ich bin für alles offen. Manchmal sehe ich bei einem Tanzstück eine Pose, die ich dann bearbeite. Ein Ariadne-Motiv ist mir bei Museumsbesuchen immer wieder begegnet. Ich liebe es, mit offen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen.

Sie arbeiten auf dem Weingut?
Ja, es ist traumhaft in der Natur zu arbeiten, zwischen den Tieren. Manchmal kommen Rehe vorbei. Ich habe zwei Ateliers. Im ehemaligen Stall mit künstlichem Licht vergolde und bemale ich. Am liebsten aber bin ich im Freien.

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