1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Teresa Weißbach, Schauspielerin

Porträt Teresa Weißbach

Teresa Weißbach wurde in Zwickau geboren, in Stollberg im Erzgebirge wuchs sie auf. Heute lebt sie in Berlin.
(© Jeanne Degraa)

Teresa Weißbach war gerade einmal 17 Jahre alt, als sie in Leander Haußmanns Film »Sonnenallee« vor der Kamera stand und das Abitur noch vor sich hatte. 1981 wurde sie in Zwickau geboren, in Stollberg im Erzgebirge wuchs sie auf. Nach einem Engagement am Wiener Burgtheater lebt sie heute in Berlin.

Sie stammen aus einer Bäckerei. Wie kam es, dass Sie bereits als Schülerin auf der Bühne standen?
Ich habe mich schon im Kindergarten gern verwandelt und für andere gespielt. Um meinen Überschuss in dieser Hinsicht zu bündeln, schlug mir eine Lehrerin Theaterspielen vor. Also trat ich in einem der Kinder- und Jugendtheater auf, die in der DDR sehr gefördert wurden. In der Weihnachtszeit spielten wir bis zu 20 Vorstellungen und sind jeden Tag in andere Städte gereist.

Die Hochschule für Musik und Theater in Rostock war dann der erste Schritt weg aus Sachsen?
Ja. Dort war mein einziges Vorsprechen, und ich wurde gleich genommen. Für mich mit meinen 18 Jahren war das noch weit weg, an der Küste. Ein anderer Menschenschlag, sehr norddeutsch. Meine geliebten, direkten, humorvollen und herzlichen Sachsen habe ich vermisst. Ich bin wohl selbst eine typische Sächsin und bin vermutlich umgekehrt sehr direkt auf die Leute zugegangen. War ich dann mal wieder in der Heimat, etwa in Chemnitz im Kaufhaus, fühlte ich mich gleich verstanden und fand das sehr schön.

Teresa Weißbach und John R. Carlson Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Aktuell tritt Teresa Weißbach mit dem Liederabend »In der Bar zum CROCODIL« auf. Sie singt Lieder aus den 20er und 30er Jahren, am Piano begleitet von John R. Carlson.
(© Claudia Charlotte Burchard)

Teresa Weißbach und John R. Carlson Teresa Weißbach und John R. Carlson

Kehren Sie oft ins Erzgebirge zurück?
Ja, ich bin viel zuhause, um meine Familie zu sehen. Vielleicht einmal im Monat. Ich gehöre zu den Menschen, die ihre Heimat sehr nach außen tragen, und sich nicht nur mit ihr verbunden fühlen.

Was genau verbindet Sie?
Die Lebenslust, dass wir das Herz auf der Zunge zu tragen und aus nichts einen Hehl machen. Sachsen ist ein schönes Land. Und das Erzgebirge eine Winterwunderweihnachtslandschaft. Es ist traditionsbewusst und volkstümlich und hat feste Rituale. Weihnachtlich geschmückt wird zum Beispiel erst nach dem Totensonntag. Und der Stollen am 1. Advent angeschnitten. Gerade bereite ich einen Liederabend mit 20er- und 30er-Jahre-Liedern vor, "In der Bar zum Crocodil". Da bin ich mein eigener Autor, Dramaturg, Schauspieler und Ausstatter. Die Premiere wird in Stollberg sein, das war mir ein großes Bedürfnis. Sie war innerhalb von vier Tagen ausverkauft.

Wie gefiel es Ihnen in Wien?
Eine wichtige Zeit, aber ich war nicht so glücklich. Deshalb bin ich nach zweieinhalb Jahren nach Berlin, wo ich jetzt meine Basis habe. Immerhin bin ich jetzt in zwei Stunden zuhause, vorher waren es fünfeinhalb.

Wenn es mit Ihrem Beruf zu vereinbaren wäre – könnten Sie sich vorstellen, ganz nach Sachsen zurückzukehren?
Auf jeden Fall. Vermutlich nicht in den nächsten zehn Jahren. Aber ich bin ganz offen, ob es sich ergibt. Es hat sich in den letzten Jahren viel hier getan, viele Arbeitsplätze wurden geschaffen, ein tolles Bundesland. Das muss man erhalten und sich dafür einsetzen. Ich habe gut reden, wo ich selbst weggegangen bin. Aber ich spüre in mir den Appell, selbst hier etwas zu machen. Toll wäre es zum Beispiel, in Dresden oder Leipzig am Schauspielhaus zu spielen. Vielleicht kommt das ja eines Tages.

Marginalspalte


213_sehnsuchtsachsen

Weitere Informationen

© Sächsische Staatskanzlei