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Yannick Demange, Koch und Gastronom

Yannick Demange, 1973 geboren, stammt aus einem Dorf südlich von Straßburg. Der Elsässer lebt heute mit seiner Frau und dem fünfjährigen Sohn in Zwickau und betreibt dort das renommierte Restaurant »Drei Schwäne«.

Yannick Demange bei der Arbeit Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Yannick Demange bei der Arbeit
(© Yannick Demange)

Yannick Demange bei der Arbeit Stilvolles Ambiente in den Außenansicht des Restaurants

Als Koch waren Ihre Stationen das Elsass, die »Traube« in Tonbach im Schwarzwald und St. Moritz. Weshalb haben Sie ausgerechnet in Zwickau Ihr eigenes Restaurant eröffnet?
Wegen der Liebe! Im Schwarzwald habe ich 1992 meine Frau kennen gelernt, die aus Zwickau stammt. Wir sind zuerst noch für einige Zeit in die Schweiz gegangen. Dann sahen wir eine Immobilien-Annonce für ein italienisches oder französisches Bistro in Zwickau. Wir haben uns beworben und schließlich 1995 eröffnet. Im Jahr 2000 sind wir in unser jetziges Domizil in der Tonstraße umgezogen. Dass es Zwickau wurde, war im Grunde Zufall. Ursprünglich wollte ich Chirurg werden, aber das konnte ich mir nicht leisten. Und weil ich Hierarchien nicht mag, bin ich nur unter der Bedingung Koch geworden, dass ich eines Tages ein eigenes Haus betreibe.

Wie ist es Ihnen gelungen, sich mit Ihrem Restaurant zu etablieren?
Ich habe die Gelegenheit am Schopf gepackt und begonnen, mir einen Namen zu machen. Es war nicht ganz leicht, ein gehobenes Restaurant einzuführen, das auch einigermaßen erschwinglich ist. Wir wurden das Mittelstück dazwischen. Ich habe es nicht bereut, es so zu machen.

Wie würden Sie den Stil Ihrer Küche beschreiben?
Natürlich französisch angehaucht. Wir kochen mit relativ einfachen Mitteln gehobene, pfiffige Gerichte, und zwar nicht aus Not, sondern aus Überzeugung. Es gibt so viele vom Aussterben bedrohte Tiere, dabei will ich nicht mitmachen. Ich will, dass mein kleiner Sohn diese Tiere auch noch erleben kann. Ich verwende also viele heimische Produkte wie Spanferkel, Forelle oder Geflügel und kenne gute Rinderzüchter. Oft fahre ich bei den Bauern vorbei und hole mir die Waren dort selbst ab.

Integrieren Sie auch sächsische Elemente in Ihre Küche?
Ja, etwas Gutes sind etwa Sauerbraten vom Hirsch, Gänse oder Klöße. Die sächsische Küche ist sehr von der böhmischen beeinflusst. Es ist eine alte, schwere Küche mit üppigen Soßen und vielen Kalorien. Allerdings war in dieser Gegend auch die Vielfalt der Lebensmittel nicht groß, da wurde nicht viel gezüchtet von den Bauern.

Was sind Ihre Pläne für die nächsten Jahre?
Weiter an uns selbst zu arbeiten und höchste Qualität verkaufen zu können.

Fühlen Sie sich zuhause in Sachsen?
Ja, ich bin ja selbst schon ein halber Sachse! Ginge ich hier weg, würde ich Sachsen vermissen wie meine Heimat, das Elsass, das ich mit 19 verließ. Hier habe ich jetzt meine Freunde, darunter viele Selbständige aus der Region.

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